IBA Stadt­um­bau

Weniger ist Zukunft

Die IBA Stadtumbau 2010 in Sachsen-Anhalt suchte zwischen 2002 und 2010 Antworten auf den Bevölkerungsrückgang in Ostdeutschland. Es waren vor allem Sachsen-Anhalts Klein- und Mittelstädte, die angesichts der Schrumpfung neue Weichen in der Stadtentwicklung stellen wollten. Erstmals erstreckte sich eine IBA über ein ganzes Bundesland.

Unter Leitung von Omar Akbar und Rüdiger Schulz (bis 2008) sowie Philipp Oswalt (seit 2009) erprobten Planer und Architekten in 19 Städten neue Werkzeuge des Stadtumbaus. In Hinblick auf demografischen Wandel, sozialen Zusammenhalt und wirtschaftliche Transformation erarbeiteten sie modellhafte Projekte der Stadtentwicklung. Ziel dieser IBA war es, auf staatlicher, kommunaler und zivilgesellschaftlicher Ebene eine besondere Expertise für die Praxis zu entwickeln. Die IBA Stadtumbau 2010 thematisierte unter dem Motto „Weniger ist Zukunft“ die Entwicklungschancen von Städten ohne Wachstum.

Ein wichtiges Ziel der Arbeit war es, die beteiligten Städte bei der Weiterentwicklung und Umsetzung ihrer Ideen zu beraten und zu unterstützen. Zu den Instrumenten der IBA gehörten öffentliche, aktivierende Interventionen für Bürgerbeteiligung: Stadtspaziergänge, Baustellenbesichtigung, Abschiednehmen von Gebäuden und weitere temporäre oder dauerhafte künstlerische und architektonische Elemente im Stadtraum. Dazu wurden neue Methoden der Finanzierung, des Flächenmanagements, der Raumplanung und der Beteiligung entwickelt. Das IBA-Städtenetz wurde zu einer wichtigen Plattform für den Erfahrungs- und Ideenaustausch.

Die IBA Stadtumbau 2010 war ein Projekt des Landes Sachsen-Anhalt, gemeinsam durchgeführt von der Stiftung Bauhaus Dessau und der SALEG Sachsen-Anhaltinischen Landesentwicklungsgesellschaft mbh. Die Finanzierung der Projekte erfolgte weitgehend aus dem Bund-Länder-Programm der Städtebauförderung „Stadtumbau Ost“.

Markierung der Senkung des Gebietes durch Bergbaufolgeschäden um circa vier Meter, 2007. Foto: Doreen Ritzau © IBA-Büro GbR
Staß­furt
Auf­heb­en der Mit­te
Blick auf die neue Zweifeldsporthalle, im Hintergrund der Turm des Bernburger Schlosses, 2014. Foto: Thomas Weiß © Junk & Reich - Architekten BDA Bern­burg
Bern­burg
Zu­kunfts­Bil­dung– Ler­nen im Zentrum
Das wiedererrichtete Geburtshaus, die Lutherarmenschule und die Neubauten für das Museum bilden das Luthergeburtshausensemble, 2009. Foto: Doreen Ritzau © IBA-Büro GbR
Lu­ther­stadt Eisleben
Ge­mein­schafts­werk Lu­the­rstadt­um­bau
Die DRIVE THRU Gallery präsentiert die Ausstellung „Hitzefrei“ mit Arbeiten von Christopher Winter, 2007. Foto: Doreen Ritzau © IBA-Büro GbR
Aschers­le­ben
Von außen nach in­nen – Kon­zen­tration auf den Kern
Mit den Bürger-Claims „400 qm Dessau“ sind Bürger, Vereine und Initiativen eingeladen, „ein Stück Stadt“ nach ihren Ideen und Wünschen zu gestalten, 2006. Foto, Montage: Doreen Ritzau © IBA-Büro GbR
Dessau-Roßlau
Ur­ba­ne Ke­rne, land­schaft­liche Zonen
Am „Testfeld“ in der Ludwigstraße wird die „homöopathische Methode“ in die Stadtplanung eingeführt, 2009. Foto: Michael Uhlmann © IBA-Büro GbR
Köthen (Anhalt)
Ho­möo­pa­thie als Ent­wick­lungs­kraft

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