IBA Fürst-Pückler-Land

Werkstatt für neue Landschaften

Die erste IBA in den neuen Bundesländern fand von 2000 bis 2010 in Südbrandenburg statt. Ihr Thema war die Neuinterpretation und der Landschaftsumbau einer ländlichen Region nach dem Bergbau. Seit 150 Jahren hatten Abbau und Verwertung der Braunkohle der Niederlausitz ihren Stempel aufgedrückt. Über 20 Tagebaue wurden Anfang der 1990er Jahre stillgelegt. Verwundete Landschaften und verlassene Industriebauten blieben zurück. Ziel der IBA Fürst-Pückler-Land (auch genannt IBA see) war es deswegen, die ehemaligen Tagebaulandschaften aufzuwerten und der brachliegenden Landschaft eine neue Identität zu geben.

Dabei orientierte sich das Team um Leiter Rolf Kuhn an den Erfahrungen der IBA Emscher Park, die sich ebenfalls auf einen zuvor industriell genutzten Landschaftsraum fokussiert hatte sowie an dem am Bauhaus Dessau entworfenen „Industriellen Gartenreich“. Mit Vertretern der Gemeinden und der Region, Planern und Studierenden wurde die Idee zur IBA see mit der Bevölkerung sowie mit nationalen und internationalen Experten entwickelt und IBA-Projekte in der gesamten Niederlausitz umgesetzt. Zwei der Projekte waren grenzüberschreitend deutsch-polnisch.

Die IBA verlieh diesem gewaltigen Landschafts- und Strukturwandel ökonomische, ökologische und gestalterische Impulse: Industriedenkmäler wurden erhalten und neu genutzt, Stadtumbauprojekte gefördert und die Mondlandschaften des Braunkohleabbaus touristisch erschlossen. So entstand das Lausitzer Seenland, Europas größte künstliche Seenlandschaft mit 20 Seen. Sie weist 14.000 Hektar Wasserfläche mit schiffbaren Kanälen auf, welche die Seen miteinander verbinden, kilometerlange Radwege sowie schwimmende Häuser, einzigartige Stadthäfen und identitätsstiftende Bauten.

Die IBA wurde mit regionalen und Landesmitteln finanziert. Namensgeber war Hermann Fürst von Pückler-Muskau, der mit seinen Landschaftsgärten in Bad Muskau und Branitz Anfang des 19. Jahrhunderts viel beachtete Meisterwerke der Gartenkunst hervorgebracht hatte.

Das IBA-Studierhaus in Großräschen trägt das Erbe der IBA see weiter. Mit seinem Wissensfundus, regionaler Vernetzung und einfachen Beherbergungsmöglichkeiten bietet es Studienaufenthalte, Weiterbildungen, Tagungen und Workshops an.

Die Biotuerme Lauchhammer vor der Sanierung – letztes Relikt der einstigen Großkokerei, 1997. Foto: Christina Glanz
Bio­tür­me Lauch­ham­mer
Cas­tel del Mon­te der Lau­sitz
Tagebaulandschaft mit Blick auf das Kraftwerk Schwarze Pumpe, 2006. Foto: Aris Tsantiropoulos
Land­schafts­pro­jekt Welzow-Süd
Die Idee von einer künstlichen Wüs­te
Schwimmendes Haus der Firma Wilde mit zwei Geschossen, 2010. Foto: Rainer Weisflog
Schwim­men­de Häu­ser Gei­ers­wal­de
Wohn­en auf den Wel­len
Das heutige Besucherbergwerk F60 bei Nacht mit einer Lichtinstallation von Hans Peter Kuhn, 2014. Foto: Detlef A. Hecht
Besuch­er­berg­werk F60, Lichterfeld
Ein „lie­gen­der Eiffel­turm“ in der Lau­sitz
Die Landmarke als Aussichtsturm zwischen dem Sedlitzer und Geierswalder See, 2009. Foto: Christina Glanz
Land­mar­ke Lau­sitz­er Seen­land, Senf­ten­berg
Weit­sicht ins Seen­land
Der See ist seit 2007 in Flutung – die Visualisierung zeigt den zukünftigen Wasserstand unterhalb der IBA-Terrassen. Ab 2018 können hier Fahrgastschiffe anlegen, 2008. Foto: Profifoto Kliche
IBA-Ter­ras­sen, Großräschen-Süd
Vom Berg­bau zur Seenlandschaft

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