Wohn- und Geschäftshaus am Check­point Char­lie

Neu­bau im städtebau­li­chen Kontext

Das Wohn- und Geschäftshaus liegt am Checkpoint Charlie und damit im historischen Epizentrum des Kalten Krieges. Mit dem Bau versuchte die IBAIBA Internationale Bauausstellung Berlin den Kreuzungsbereich Kochstraße/Friedrichstraße architektonisch wie funktional aufzuwerten und eines der wichtigsten Ziele der IBA Berlin umzusetzen: Die Innenstadt als Wohnort zurückgewinnen.

Die IBA-Neubau forderte für Neubauten einen kritischen Bezug zur Geschichte des Ortes. Der historische Stadtgrundriss mit seiner typischen Blockrandbebauung sollte kreativ weiter entwickelt werden. Darum ging es auch Im Wettbewerbsverfahren für den Block 5 in der Südlichen Friedrichstadt. Der amerikanische Architekt Peter Eisenman gewann den Wettbewerb mit einem Blockkonzept, das neben der Schließung der Baulücken auch eine Grünanlage in Gestalt einer „künstlich ausgegrabenen Stadt mit sich überlagernden Mauern und Türmen“ vorsah. Der Entwurf thematisierte somit die Grenzlage des Blocks und die politisch gespaltene Situation zwischen Ost- und West.

Während die Grünanlage nicht realisiert wurde, entwarf Eisenman seinen 1986 realisierten Wohnungsbau an der Blockecke in zeitgenössischer, selbstbewusster Formensprache. Das Gebäudevolumen ist aus der Überlagerung unterschiedlicher geografischer Orientierungsraster abgeleitet: Ein Gitternetz bezieht sich auf die rechtwinklige historische Stadtstruktur der Friedrichstraße, während ein zweites Gitternetz für das Mercator-Netz der Erdvermessung steht – eine symbolische Verknüpfung von Geschichte und Gegenwart. Architekturgeschichtlich stellt das 1986 fertig gestellte Gebäude zugleich einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Dekonstruktivismus der 1980er und 1990er Jahre dar und wurde eines der Aushängeschilder der IBA Berlin.

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